Und plötzlich wurde es still auf papazeit.de. Aus gutem Grund: Der Papa und sein Nachwuchs sind allein zu Hause. Bislang war Ponyhof, jetzt beginnt das echte Papaleben. Seit Anfang April geht Mama wieder arbeiten – und Papa macht sich zu Hause einen Lenz. Naja, nicht ganz: Der Nachwuchs ist ja auch noch da. Und der will wie gewohnt gewickelt, bespaßt, getragen und getröstet werden. Gleiche Leistung bei halbierter Personaldecke – ob der Papa da wohl Nachsicht erwarten kann?

Tag 1: Mama ist aus dem Haus und der Nachwuchs spielt entspannt mit seinem kunterbunten Spielzeug. Wird schon, denkt sich der Papa, macht sich erstmal einen starken Espresso und wirft den Gartensprenger an. Schließlich fordert der neugesäte Rasen ebenso seine Aufmerksamkeit. Die Steuererklärung sollte eigentlich auch noch gemacht werden und eine Einkaufsliste muss auch noch abgearbeitet werden. Naja, dafür ist Papa ja den ganzen Tag zu Hause. Also: Sprenger wieder aus, Nachwuchs in die Babytrage und auf geht’s in den Wald. Verdammt lange her, dass ich einen Frühling so bewusst erlebt habe.

Um 13 Uhr ist Stillpause in Mamas Büro. Für die Zeit davor und danach liegt abgepumpte Milch im Kühlschrank und eine eiserne Reserve im Gefrierfach. Wie gesagt: Kann eigentlich nichts schiefgehen. Sauger in den Vaporisator, Milchflasche in den Flaschenwärmer, quengelnder Nachwuchs auf den Arm. Vielleicht hätte ich doch früher mit den Vorbereitungen beginnen sollen. Der Nachwuchs reagiert ungehalten. Bei Mama kommt er deutlich schneller an seinen Stoff. Endlich piept der Flaschenwärmer – nur der Vaporisator köchelt immer noch vor sich hin. Welche Vorstellungen haben die Erfinder eigentlich von der Geduld eines hungrigen, übellaunigen Babys? Ich versuche es mit Fingerspielen. Grimassen hatten wir schon. Aber Hunger ist böse. Ganz böse! Endlich lässt auch der Vaporisator das ersehnte Piepen hören. Jetzt Sauger aufschrauben und dann kehrt wieder Frieden ein.

Denkt der Papa. Nicht aber der Nachwuchs. Der spuckt den Sauger einfach wieder aus und quengelt weiter. Also Position wechseln. Neuer Versuch. Ohne Erfolg. Der Nachwuchs denkt nicht ans Trinken. Papa verzweifelt. Tag 1 und schon gescheitert. Nur nicht aufgeben. Neue Position und rein mit der Flasche. Am Ende schaffen wir unter Tränen magere 10 Milliliter. Ernüchtert und völlig erschlagen legt der Papa den Nachwuchs in den Maxi-Cosi. Auf geht’s zur Mama – Milch direkt aus der Quelle. Der Junior schaut mich dankbar an, schließt die Augen und schläft seelenruhig ein.

Auch am Nachmittag ändert der Nachwuchs seine Meinung nicht: Fläschchen? Nope! In der Verzweiflung greift der Papa zum Telefonhörer. Anruf bei den Profis! Tipp der Hebamme: Wenn er nicht trinken will, dann muss er auch nicht. Der Magen ist jetzt groß genug, um 3 bis 4 Stunden zu überbrücken. Ab dem nächsten Tag gibt’s kein Fläschchen mehr – und die Welt ist wieder im Lot. Seitdem haben der Papa und der Nachwuchs eine ziemlich tolle Zeit daheim. Die Mama freut sich über die ausgedehnte Mittagspause mit, der Papa über eine Stunde ohne Nachwuchs.

Läuft bei uns! Und der Papa meldet sich jetzt bestimmt wieder regelmäßig. Die Steuererklärung muss allerdings immer noch gemacht werden…