Sobald das Teststäbchen ein „Plus“ anzeigt, ist die Mama unkündbar. Nicht nur als Familien-Häuptling, sondern auch im Job. Der Chef muss eine Kündigung sogar zurückziehen, wenn die Mama im Nachhinein nachweist, dass sie zum Zeitpunkt der Kündigung bereits schwanger war. Coole Sache!

Für den Papa gilt das alles allerdings nicht – ein klarer PDV (Papa-Diskriminierungs-Vorfall). Der besondere Kündigungsschutz des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) besteht frühestens eine Woche vor dem Beginn der Anmeldefrist. Soll die Elternzeit mit der Geburt starten, beginnt der Kündigungsschutz also erst acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Laut BEEG muss die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn schriftlich vom Arbeitgeber verlangt werden. Der Papa hat also genau eine Woche Zeit.

Das ist ein Problem für den Papa. Denn der soll seinem Arbeitgeber möglichst früh mitteilen, dass er die Mama mit der Betreuung des Nachwuchses nicht alleine lassen will. Schließlich muss der Chef die Lücke irgendwie füllen – vielleicht sogar noch die Stelle ausschreiben, Bewerbungsgespräche führen und den Posten neu besetzen. Informiert der Papa seinen Chef allerdings vor der Acht-Wochen-Frist, riskiert er schlimmstenfalls einen Rauswurf. Während der Elternzeit darf nicht gekündigt werden und auch nicht wegen der Elternzeit. Vorher aus anderen Gründen aber schon. Und manche Chefs sind da einfallsreicher, als man denkt. Informiert der Papa den Chef erst acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, riskiert er miese Stimmung und den Rauswurf nach seiner Rückkehr.

Das Risiko trägt der Papa. Das Familienministerium empfiehlt daher, die Füße vorher stillzuhalten: „Eine frühere Anmeldung der Elternzeit gegenüber der Arbeitgeberseite ist nicht ratsam“, so heißt es in der Broschüre Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit. Die späte Information belastet aber häufig das Papa-Chef-Verhältnis. Sicherlich auch ein Grund, warum sich immer noch viele Papas mit der Elternzeit schwer tun. Eine Baustelle für die Familienministerin.

Papas Vorschlag: ein Angleich des besonderen Kündigungsschutzes. Sobald das Teststäbchen ein „Plus“ anzeigt, ist der Papa unkündbar.

Liebe Frau Schwesig, der Papa wartet auf Ihre Antwort 🙂